Welche CO2-Emissionen liegen hier zugrunde?
Wir verwenden die Zahlen der Umweltökonomischen Gesamtrechnung des Statistischen Bundesamtes für das Jahr 2015. Danach belaufen sich die Pro-Kopf-Emissionen des Inlandverbrauchs von Gütern in Deutschland auf t. Die CO2-Emissionen, die in Deutschland direkt entstehen, liegen bei t pro Kopf.
Einschränkungen bei der Zahlenbasis
In den Emissionen des Inlandsverbrauchs ist vom Grunde her der CO2-Gehalt von Importen enthalten und der von Exporten nicht. Bei den Importen gibt es jedoch erhebliche methodische Probleme, den CO2-Gehalt zu bestimmen. Der CO2-Gehalt der Importe wird in den verwendeten Daten eher unterschätzt.
Die verwendeten Daten beinhalten auch die CO2-Emissionen durch Biomasse (siehe Nummer 5 unten).
Hier finden Sie Details zu den Daten und zur Datenquelle.
Wann ergibt sich eine andere Klimadividende bzw. andere CO2-Kosten als hier berechnet?
(1) Gründe in der Ausgestaltung
Werden nicht alle CO2-Emissionen bepreist, weil z. B. Ausnahmeregelungen für bestimmte Branchen wie der Stahlindustrie gewollt sind, ergeben sich eine andere Klimadividende und auch andere CO2-Kosten als sie hier in der Webanwendung berechnet werden. Aufgrund der tatsächlichen Einnahmen des Staates aus der Bepreisung von CO2 hätte sich in ein vollständiges Klimageld in Höhe von € pro Kopf ergeben.
Werden nicht alle Einnahmen ausgeschüttet, ergibt sich eine entsprechend geringere Klimadividende.
(2) Auswirkungen durch Im- und Exporte
Ohne Grenzausgleich ergeben sich die Einnahmen aus einer CO2-Bepreisung aus den im Inland entstandenen CO2-Emissionen. So dass sich bei den hier verwendeten Daten eine etwas höhere Klimadividende ergäbe als sie hier berechnet wird (s. o.).
(3) CO2-Kosten des Staates
In diesem Rechner werden die CO2-Kosten durch Staatskonsum (z. B. Heizen der Verwaltungsgebäude) und staatliche Investitionen (ca. t pro Kopf) nicht abgebildet. Der Staat refinanziert die bei ihm anfallenden CO2-Kosten durch Steuern, Abgaben, Gebühren und Verschuldung. Da die Steuer- und Abgabenlast individuell sehr unterschiedlich ist, kann für diese CO2-Kosten hier keine individuelle Zurechnung vorgenommen werden.
(4) Veränderung Strommix in Deutschland und CO2-Intensität ‚sonstiger Waren und Dienstleistungen' durch einen CO2-Preis
Die CO2-Intensität des Strommixes in Deutschland und der produzierten ‚sonstigen Waren und Dienstleistungen' wird sich durch einen steigenden CO2-Preis verringern. Dies wird in diesem Rechner bei ihren individuellen Emissionen nicht automatisch berücksichtigt.
Wir empfehlen daher bei sehr hohen CO2-Preisen bei den Ausgangsdaten, "Strom aus erneuerbaren Energien" zu wählen.
Wenn Sie den Button ‚Simulation sinkende indirekte Emissionen' im Werkzeugkasten aktivieren, dann werden die indirekten Emissionen (Pro-Kopf-Emissionen bei ‚sonstigen Waren und Dienstleistungen' und die ‚CO2-Intensität des Strommixes Deutschlands') mit der durchschnittlichen Reduktion der Pro-Kopf-Emissionen Deutschlands reduziert (im Moment: -2,71%). Den Reduktionssatz können Sie in der Simulationsbox unten nachvollziehen. Dies ist eine sehr starke Vereinfachung der Realität, da die Emissionen u. a. nicht in allen Bereichen gleichmäßig sinken werden.
(5) Simulation Veränderung CO2-Emissionen in Deutschland durch den eingegebenen CO2-Preis
Es wird hier stark vereinfachend ein linearer Zusammenhang zwischen CO2-Preis und CO2-Emissionen in Deutschland unterstellt. Mehr Informationen in der Simulationsbox unten.
(6) Biomasse
Die Zahlen der Umweltökonomischen Gesamtrechnung beinhalten auch CO2-Emissionen durch Biomasse ( t pro Kopf). Insoweit diese aus nachwachsenden Quellen stammt, sollten diese Emissionen u.U. nicht bepreist werden.
(7) Versteigerungserlöse Emissionshandel vs. Einnahmen CO2-Steuer
Wenn bei einer CO2-Steuer der Staat seine gesamten Einnahmen als Klimadividende ausschüttet, dann wird der Bürger mit durchschnittlichen Pro-Kopf-Emissionen vollständig kompensiert. Schüttet der Staat dagegen bei einem Emissionshandel die gesamten Erlöse aus der Versteigerung der Zertifikate als Klimadividende aus, ist dies nicht automatisch gewährleistet, da durch den Handel mit Emissionsrechten sich höhere CO2-Preise ergeben können, die aber nicht zu entsprechenden Einnahmen beim Staat, sondern bei Unternehmen führen. Dies gilt auch umgekehrt: Ergeben sich im Handel niedrigere CO2-Preise als bei der Versteigerung, werden die Bürger überkompensiert.
(8) Umsatzsteuer auf CO2-Kosten
Die CO2-Kosten gehen grundsätzlich in die Kalkulation der Nettopreise der Unternehmen ein, sodass auf die CO2-Kosten auch die Umsatzsteuer anfällt. Damit stellt sich die Frage, ob diese Umsatzsteuer als CO2-Kosten zu interpretieren sind. Es kann grundsätzlich als problematisch gesehen werden, eine allgemeine Konsumsteuer als CO2-Kosten zu interpretieren. Es ist außerdem unklar, in welchem Umfang beim Staat tatsächlich Mehreinnahmen entstehen, sodass auch eine Mehrbelastung für die Bürger unklar ist. Außerdem können anfallende Mehreinnahmen den Bürgern auf die eine oder andere Weise wieder zugutekommen.
Andere CO2-Rechner ziehen CO2-Äquivalente (CO2eq) heran. Hierbei werden z. B. die Methanemissionen (ein weiteres Treibhausgas), die bei der Förderung von Erdöl und Erdgas entweichen miteinbezogen und in CO2eq umgerechnet. Für Erdgas ergeben sich z. B. dann eine Größenordnung von 0,25 kg CO2eq (schwankt stark nach Herkunft) statt der bei uns verwendeten 0,20 kg CO2 je kWh. Da der Kohlenstoffgehalt der fossilen Brennstoffe die eindeutigere Grundlage darstellt und die Pro-Kopf-Emissionen in unserem Rechner ausschließlich auf CO2 abstellen, verwenden wir den Kohlenstoffgehalt der fossilen Brennstoffe als Bemessungsgrundlage.
Mit der CO2-Bepreisung sollen CO2-Emissionen durch die Nutzung fossiler Quellen bepreist werden.
Aufgrund der vorgeschriebenen Biokraftstoff-Quote werden Benzin und Diesel Biokraftstoffe beigemischt (Stichworte: E10/Biodiesel). Dieser Anteil unterläge keiner direkten CO2-Bepreisung. Die CO2-Gehalte an der Zapfsäule sind daher niedriger als die hier angegebenen Werte für rein fossile Kraftstoffe.
In diesem Rechner wird vereinfachend unterstellt, dass Benzin und Diesel zu 100% aus fossilen Quellen hergestellt werden.
Bei Benzin kann grob mit rund 8,6 kWh je Liter gerechnet werden. Damit entsprechen 2,33 kg CO2 je Liter etwa 0,27 kg CO2 je kWh.
Bei Diesel bzw. Heizöl kann grob mit rund 10 kWh je Liter gerechnet werden. Damit entsprechen 2,60 kg CO2 je Liter etwa 0,26 kg CO2 je kWh.
Zum Vergleich: Erdgas liegt in diesem Rechner bei 0,20 kg CO2 je kWh. Der niedrigere Wert bei Erdgas liegt vor allem am höheren Wasserstoffanteil des Brennstoffs: Bei der Verbrennung von Wasserstoff entsteht Wasser statt CO2; je kWh nutzbarer Energie wird daher weniger Kohlenstoff oxidiert.
Was die CO2-Kosten hier beinhalten
Als CO2-Kosten werden in diesem Rechner die Kosten bezeichnet, die über die CO2-Bepreisung fossiler Brennstoffe über alle Wertschöpfungsketten hinweg in den Endverbraucherpreisen landen. Dabei unterstellen wir vereinfachend, dass die Unternehmen, die bei ihnen anfallenden und (noch) nicht vermeidbaren CO2-Kosten, zu 100% in ihren Preisen weitergeben können.
Was die CO2-Kosten hier nicht beinhalten
Nicht enthalten sind Kosten, die anfallen können, um CO2-Emissionen zu vermeiden, wie z. B. der höhere Anschaffungspreis eines besonders energieeffizienten Kühlschranks oder die betriebswirtschaftlich (noch) höheren Kosten erneuerbarer Energien einschließlich Speicher gegenüber fossilen Energieträgern.
Beispiel:
Wenn Sie hier statt ‚Strommix Deutschland' ‚Strom aus erneuerbaren Energien' wählen, dann sinken Ihre CO2-Kosten und Ihre Bilanz verbessert sich. Es kann aber sein, dass Strom aus erneuerbaren Energien teurer ist als der Strommix. Dies könnte insbesondere der Fall sein, wenn der Anteil erneuerbaren Stroms an der Stromproduktion weiter steigt (was ja das Ziel ist) und damit wir auch deutlich mehr Speicher brauchen als bisher. Damit es sich für Sie dann (betriebswirtschaftlich) rechnet auf erneuerbaren Strom umzusteigen, muss der CO2-Preis so hoch steigen, sodass auch diese Hürde übersprungen wird und erneuerbarer Strom einschließlich Speicher günstiger ist als fossiler Strom. Strom kann dann am Ende des Tages für Sie teurer sein als heute. Das bildet unser Rechner nicht ab. Er zeigt "nur" die Bilanz aus CO2-Kosten und Klimadividende. Anmerkung: Es kann gut sein, dass z. B. durch weiteren technischen Fortschritt auch bei den Speichertechnologien der Strom nicht teurer sein wird als heute. Aber das kann eben niemand garantieren.
Deshalb wollen wir nicht verschweigen, dass wir unter Umständen in einer dekarbonisierten Welt für Einiges mehr ausgeben müssen und auch 'Verzicht' gegenüber heute notwendig sein kann. Eine vollständige Klimadividende würde dabei wesentlich dazu beitragen, dass es dabei sozial gerecht zugeht. Der Punkt ist, dass uns eine nichtdekarbonisierte Welt viel 'teurer' kommt, also viel mehr Verzicht und insbesondere Elend bedeuten würde.
Verhältnis zur Klimadividende
Eine vollständige Klimadividende gibt die gesamten Einnahmen aus der CO2-Bepreisung pro Kopf zurück. Sie gleicht damit im Grundsatz diese CO2-Kosten aus. Zusätzliche Kosten der CO2-Vermeidung werden dadurch nicht kompensiert. Gerade deshalb ist eine vollständige Ausschüttung wichtig: Bei Menschen mit unterdurchschnittlichem CO2-Fußabdruck, insbesondere bei vielen Geringverdienern und Familien, entsteht damit ein finanzieller Puffer, der hilft, auch solche Vermeidungskosten mitzutragen.
Internalisierung externer Kosten
Vom Grund her sollten fossilen Energieträger über die CO2-Bepreisung sukzessive ihre volkswirtschaftlichen Kosten tragen (Fachterminus: Internalisierung externe Effekte bzw. sozialer Kosten).
Damit rechnen sich sukzessive die Alternativen betriebswirtschaftlich aus eigener Kraft. Da die Alternativen dann in einem technologie- und lebensstiloffenen Wettbewerb stehen, setzen sich die innovativsten und kostengünstigsten Alternativen durch.
Allerdings können die externen Effekte nicht ohne Weiteres beziffert werden. Daher brauchen wir in der Praxis CO2-Preise jeweils in der Höhe, sodass wir unsere politisch gesetzten Reduktionsziele einhalten (Standard-Preis-Ansatz).
Schafft es ein wirksamer CO2-Preis allein?
Der Staat darf den Prozess der Dekarbonisierung trotz wirksamen CO2-Preis nicht völlig sich selbst überlassen. So muss er z. B. insbesondere Grundlagenforschung weiter ausreichend finanzieren und an der ein oder anderen Stelle grundsätzliche Infrastrukturentscheidungen fällen (z. B. Oberleitungen auf Autobahnen vs. E-Fuels für Lkws). Außerdem muss der Staat natürlich in öffentliche Infrastruktur investieren, die für die Dekarbonisierung notwendig ist (z. B. Radwege, öffentlicher Personenverkehr) und er muss für ausreichend schnelle Planungs- und Genehmigungsprozesse sorgen. Mit einer wirksamen CO2-Bepreisung wird auch die Politik (und damit wir als Gesellschaft) mit einer viel größeren Wahrscheinlichkeit die richtigen Entscheidungen treffen, da wir Bürger die fossilfreien Alternativen dann einfordern und auch nutzen werden.
Dabei gilt grundsätzlich: Je besser der weitere Instrumentenmix aufgestellt ist, desto weniger hoch muss der CO2-Preis steigen, um die Ziele einzuhalten.
Alles nur 'rechte Tasche - linke Tasche'?
Steht bei Ihnen ein positiver Saldo, denken Sie jetzt vielleicht, dass es dann gar keinen Anreiz gibt, die eigenen Emissionen zu senken. Alles nur 'rechte Tasche - linke Tasche'? Der Anreiz ist jedoch trotzdem vorhanden. Die Klimadividende ist unabhängig von Ihrem persönlichen CO2-Fußabdruck. Ihre CO2-Kosten können Sie jedoch beeinflussen. Mit steigendem CO2-Preis wird der Anreiz für Sie, über Alternativen nachzudenken und auch für die Wirtschaft entsprechende Produkte auf den Markt zu bringen, immer größer.
Negativen Saldo als gerecht akzeptieren
Steht bei Ihnen ein negativer Saldo, besteht vielleicht die Möglichkeit, Ihren CO2-Verbrauch kurz- bzw. mittelfristig zu senken. Falls Sie das nicht können oder nicht wollen, können Sie diesen negativen Saldo vielleicht trotzdem als gerechtfertigt akzeptieren, weil er die Abweichung Ihrer persönlichen CO2-Emissionen vom Durchschnitt der Bevölkerung spiegelt. Damit wird das Verursacherprinzip mit Gerechtigkeit verknüpft und Freiheit mit Verantwortung verbunden. Langfristig werden auch Sie von den innovativen Alternativen, die bei steigendem CO2-Preis vermehrt auf den Markt kommen und vom Ausbau z. B. alternativer Verkehrskonzepte profitieren. Nicht zuletzt profitieren wir alle davon, wenn wir aufgrund eines wirksamen CO2-Preises die Pariser Klimaziele einhalten.
Hohe CO2-Preise in der Zukunft
Ein hoher negativer Saldo kann auch daher rühren, dass Sie bereits einen relativ hohen CO2-Preis eingegeben haben (derzeit eingegeben: 20 €). Dann bitten wir Sie zu berücksichtigen, dass zum Zeitpunkt der Erreichung eines solchen Preises kosteneffiziente und innovative Alternativen vorhanden sein werden.
Die Pro-Kopf-Emissionen bei sonstigen Waren und Dienstleistungen und die CO2-Intensität der Stromerzeugung werden mit steigendem CO2-Preis sinken. Dies wird in diesem Rechner nicht automatisch berücksichtigt. Daher fällt der tatsächliche Saldo weniger negativ aus.
Wenn Sie den Button ‚Simulation sinkende indirekte Emissionen' im Werkzeugkasten aktivieren, dann werden diese indirekten Emissionen stark vereinfachend mit der durchschnittlichen Reduktion der Pro-Kopf-Emissionen in Deutschland reduziert. Die direkten Emissionen durch den Spritverbrauch und durchs Heizen müssen individuell angepasst werden.
Erst müssen die Alternativen da sein?
Wir Bürger haben manchmal die Haltung, dass die Alternativen erst vorhanden sein müssen, bevor der Staat eine wirksame Klimapolitik machen 'darf'. Das wird so aber wohl nicht funktionieren. Wir müssen uns erst für wirksame Instrumente entscheiden; dann werden die Alternativen auch zur Verfügung stehen. So führen wirksame CO2-Preise dazu, dass in die Alternativen ausreichend investiert wird. ‚Wirksam' bedeutet dabei, dass die CO2-Preise immer so hoch sind, sodass wir uns auf dem politisch entschiedenen Emissionspfad befinden. Das schafft die notwendige Planungssicherheit für Investitionen in eine fossilfreie Zukunft.
Soziale Härtefälle
Es wird im Prozess der Dekarbonisierung Sachverhalte geben, die zu sozialen Härten führen - unabhängig mit welchem Instrument man den Prozess der Dekarbonisierung maßgeblich steuert.
Eine vollständige Klimadividende würde im Rahmen einer wirksamen CO2-Bepreisung bereits sozial sehr viel abfedern. Geringverdiener und Familien profitieren in aller Regel von einer vollständigen Klimadividende deutlich.
Verbleibende soziale Härtefälle müssen identifiziert und mit sehr zielgenauen zusätzlichen Instrumenten aufgefangen werden.
Dabei ist langfristig insbesondere darauf zu achten, ob bei allgemein sinkenden Pro-Kopf-Emissionen (und damit auch früher oder später sinkenden Klimadividende) sozial Schwache beim Heizen und bei Mobilität die Möglichkeiten haben, auf Alternativen umzusteigen (Verhinderung eines sozialen Lock-in-Effekts).
Im Datenmanager haben wir Beispielprofile zur Identifizierung soziale Härtefälle hinterlegt.
Wichtige Ansatzpunkte sind:
(1) Zielgenaue Unterstützung sozial Schwacher beim Heizen
Das Wohngeld sollte so ausgestaltet sein, dass Härtefälle (auch bei Hauseigentümern) auf jeden Fall vermieden werden.
Förderungen zur energetischen Sanierung bzw. Heizungstausch sollten auf die konzentriert werden, die eine Unterstützung brauchen. Dabei muss die Förderung dann so ausgestaltet sein, dass ein fossiler sozialer Lock-in vermieden wird. Stärkere Schultern müssen Lasten selbst tragen.
(2) Zielgenaue Unterstützung sozial Schwacher bei der Mobilität
Ansatzpunkt kann z. B. eine verbesserte Mobilitätsprämie für einkommensschwache Berufspendler sein. Die Anhebung der Pendlerpauschale oder Kaufzuschüsse für E-Autos für alle sind dagegen sozial nicht zielgenau. Auch muss darauf geachtet werden, dass der ländliche Raum insgesamt nicht 'abgehängt' wird. Instrumente dafür können sein: Stärkere Förderung des ÖPNV (z. B. app-gesteuerte Rufbussysteme von Tür zu Tür), Breitbandausbau, gesicherte Ärzteversorgung etc.
(3) Regionen und Berufsbilder frühzeitig unterstützen, die besonders vom Strukturwandel betroffen sein werden.
Allen Bürgern Umstiegshilfen und Kompensationen zu versprechen, weckt Erwartungen, die nur enttäuscht werden können. Die Politik muss bei uns Wählern dafür werben, dass stärkere Schultern auch Zumutungen in Kauf werden nehmen müssen.
Die CO2-Bepreisung stellt für die Unternehmen Kosten dar, die sie versuchen werden, durch den Einsatz weniger fossillastiger Alternativen zu senken. Die Unternehmen suchen also aus eigenem Interesse nach innovativen und kostengünstigen Lösungen, um den Einsatz fossiler Brennstoffe zurückzudrängen. Dies tun sie, um einen Wettbewerbsvorteil zu haben bzw. ihren Gewinn zu maximieren. Die aus betriebswirtschaftlicher Sicht noch nicht sinnvoll zu vermeidenden CO2-Kosten werden die Unternehmen in der Regel an ihre Kunden weitergeben (wie alle Kosten der Produktion), sodass diese am Schluss über alle Wertschöpfungsketten hinweg grundsätzlich im Preis der Endprodukte landen und diese Preise damit auch den verbliebenen CO2-Fußabdruck des Produkts spiegeln.
Ein wirksamer CO2-Preis hat damit drei Funktionen:
(1) Als Konsument stehen Sie bei einem wirksamen CO2-Preis vor der Situation, dass Sie in Bezug auf das Treibhausgas CO2 die richtige Wahl treffen, wenn Sie das preisgünstigere Produkt kaufen.
(2) Wenn Sie sich trotzdem aufgrund Ihrer Präferenzen oder Ihrer persönlichen Umstände für ein relativ fossillastiges Produkt entscheiden, übernehme Sie über den CO2-Preis Verantwortung für Ihre Entscheidung. Haben wir wirksame CO2-Preise, wird das Gesamtreduktionsziel trotzdem auf jeden Fall eingehalten.
(3) Unternehmen haben einen Wettbewerbsnachteil, wenn sie kosteneffiziente Maßnahmen zur Vermeidung von CO2 nicht ergreifen. Mit steigenden CO2-Preisen rechnen sich immer mehr Maßnahmen auch betriebswirtschaftlich und es lohnt sich, in entsprechende Innovationen zu investieren.
Wirksame CO2-Preise würden daher Klimaschutz wesentlich vereinfachen bzw. revolutionieren, da Klimaschutz dann im Eigeninteresse aller Akteure liegt und die politisch gesetzten Reduktionsziele auf jeden Fall eingehalten werden.
Problem Importe
Allerdings besteht das grundsätzliche Problem, dass bei manchen Waren auf Importprodukte aus Ländern zurückgegriffen werden könnte, die einer weniger ambitionierten Klimaschutzpolitik unterliegen. Dieses Problem besteht bei jeder ambitionierten rein nationalen Klimaschutzpolitik, wenn die weniger fossillastigen Alternativen betriebswirtschaftlich (noch) teurer sind. Dies macht die Notwendigkeit globaler Kooperation deutlich. Trotzdem sind wirksame CO2-Preise der richtige Weg, damit
(1) wir unsere im Pariser Abkommen eingegangenen Verpflichtungen kosteneffizient und mit innovativen Lösungen einhalten
(2) globale Kooperation am Ende gelingt.
Versuchen wir unsere eingegangenen Verpflichtungen im Wesentlichen durch andere Instrumente einzuhalten, sind im Zweifel die Wettbewerbsnachteile aufgrund fehlender Kosteneffizienz und weniger Anreize für innovative Lösungen größer. Übergangsweise können Ausnahmeregelungen für energieintensive Prozesse sinnvoll sein, die besonders im internationalen Wettbewerb stehen (Carbon-Leakage-Schutz). Mehr Infos dazu auf unserer Website zum nationalen Emissionshandel hier und zum EU-Emissionshandel hier.
Beispielprofile im Zeitablauf
Die hier angebotenen Beispieldatensätze spiegeln die Verbrauchsprofile exemplarischer Haushalte aus heutiger Perspektive wider.
Durch einen steigenden CO2-Preis werden sich diese Verbrauchsprofile jedoch verändern.
Wenn Sie den Button ‚Simulation sinkende indirekte Emissionen' aktivieren, dann werden die indirekten Emissionen (Pro-Kopf-Emissionen bei ‚sonstigen Waren und Dienstleistungen' und die CO2-Intensität des ‚Strommixes Deutschlands') stark vereinfachend mit der durchschnittlichen Reduktion der Pro-Kopf-Emissionen in Deutschland reduziert.
Beim derzeit eingegebenen CO2-Preis von 20 € ergibt sich eine Reduktion um 2,71%. Die Herleitung des Reduktionssatzes können Sie in der Simulationsbox unten nachvollziehen.
Die direkten Emissionen durch Spritverbrauch und durchs Heizen müssten individuell angepasst werden. Ebenso der Stromverbrauch.
Soziale Härtefälle
Die hier hinterlegten Beispielprofile bilden Durchschnitte ab. Im Datenmanager haben wir zusätzliche Profile hinterlegt, die potenzielle soziale Härtefälle trotz einer vollständigen Klimadividende aufzeigen.
Profile laden/speichern
Sie können hier weitere Beispielprofile laden. Es werden dort insbesondere Profile angeboten, mit denen verbleibende soziale Härtefälle trotz vollständiger Klimadividende identifiziert werden können und sie können selbst erstellte Profile speichern.
Sie können alle Daten zurücksetzen und ein PDF über das derzeitige Profil erstellen.
Button ‚Simulation sinkende indirekte Emissionen':
Durch einen steigenden CO2-Preis werden sich Verbrauchsprofile verändern. Dies wird in diesem Rechner nicht automatisch abgebildet. Wenn Sie jedoch den Button ‚Simulation sinkende indirekte Emissionen' aktivieren, dann werden die indirekten Emissionen (Pro-Kopf-Emissionen bei ‚sonstigen Waren und Dienstleistungen' und die CO2-Intensität des 'Strommixes Deutschlands') stark vereinfachend mit der durchschnittlichen Reduktion der Pro-Kopf-Emissionen Deutschlands reduziert. Die direkten Emissionen durch Spritverbrauch / Heizen und der Stromverbrauch müssen bei Bedarf weiterhin individuell angepasst werden.
Beim derzeit eingegebenen CO2-Preis von 20 € ergibt sich eine Reduktion um 2,71%. Die Herleitung des Reduktionssatzes können Sie in der Simulationsbox unten nachvollziehen.
Solange der Button aktiviert ist (grün hinterlegt), können die Pro-Kopf-Emissionen bei ‚sonstigen Waren und Dienstleistungen' nicht geändert werden.
Es bietet sich an, mit und ohne aktiviertem Button höhere CO2-Preise einzugeben und zu beobachten, wie sich die Bilanz bei unterschiedlichen Profilen verändert.
Button 'Simulation steigender CO2-Preis'
Mit dieser Simulation können Sie beobachten, wie sich ein steigender CO2-Preis auf das derzeitige Profil auswirkt.
Dabei wird berücksichtigt, wie sich der CO2-Preis auf die Höhe der Klimadividende und auf die indirekten Emissionen des Profils auswirkt (‚Simulation sinkende indirekte Emissionen' ist gleichzeitig aktiv). Bitte beachten Sie, dass die Verbrauchswerte bei Sprit, Heizen und Strom unverändert bleiben.
Es gab eine heiße politische Debatte darüber, ob Vermieter CO2-Kosten an ihre Mieter weiter geben dürfen.
Für eine Nichtweitergabe wurde das Argument ins Feld geführt, dass der Mieter keinen Einfluss auf die Art der Heizung habe (Mieter-Vermieter-Dilemma / allg. Nutzer-Investor-Dilemma). Als Argument für eine Weitergabe sprach, dass auch der Mieter über sein Verhalten einen gewissen Einfluss auf die Menge der verbrauchten Energie hat.
Die Politik hat nun einen Aufteilungsschlüssel zwischen Mietern und Vermietern beschlossen, der beiden Argumenten Rechnung tragen soll.
Für die Begrenzung der Weitergabe spricht zudem, dass wir derzeit in Hotspots einen eklatanten Mangel an bezahlbaren Wohnraum haben, sodass Vermieter mit ihrer Warmmiete praktisch nicht in einem Wettbewerb untereinander stehen.
In der Praxis werden jedoch wohl die Vermieter versuchen, die bei ihnen anfallenden CO2-Kosten mittelfristig zu 100% weiterzugeben, wenn es die Marktsituation und die Regularien erlauben. Den Teil, den sie nicht über die Nebenkosten weiter geben können, werden sie daher versuchen, auf die Kaltmiete aufzuschlagen.
Um Durchschnittsverdiener und insbesondere geringverdienende Mieter wirklich zu schützen, kommt es daher zentral auf eine vollständige Klimadividende an, d. h. die vollständige Pro-Kopf-Rückgabe der Einnahmen aus der CO2-Bepreisung an uns Bürger.
Auch in Hotspots werden Vermieter, die langfristig attraktiv bleiben wollen, bei einer wirksamen CO2-Bepreisung die energetische Optimierung ihrer Objekte bzw. deren CO2-Bilanz im Auge behalten. Dies werden sie umso mehr tun, je besser es uns gesellschaftlich gelingt, für ausreichend bezahlbare Wohnungen zu sorgen.
Ihre Wohnfläche x durchschnittlicher Verbrauch pro m2
Ihre Wohnfläche x durchschnittlicher Verbrauch pro m2
Ihre Wohnfläche × durchschnittlich gelieferte Fernwärme pro m2
Die kWh beziehen sich auf die gelieferte Wärmemenge. Die Abschätzung ist nur ein grober Orientierungswert.
Wichtig: Automatisch ermittelte Werte sind nur grobe Hilfsschätzungen. Bei Tiefengeothermie, Solarthermie und unvermeidbarer Abwärme wird vorläufig 0,00 kg CO2/kWh als Hilfswert für die direkten Emissionen der Wärmequelle eingesetzt. Strom für Pumpen, ergänzende Spitzenlastkessel, weitere Wärmeerzeuger und Netzverluste sind dabei nicht berücksichtigt. Ein netzspezifischer Faktor Ihres Versorgers ist immer vorzuziehen.
Erstellen Sie für das aktuelle Profil ein PDF
(im folgenden Druckmenü dazu "als PDF speichern" auswählen)
Name des Profils (optional):
Werte UBA-Umrechner 'sonstige Waren und Dienstleistungen' hinzufügen (falls Sie dort Eingaben getätigt haben):
Aktueller CO2-Preis: - € | CO2-Preis Z aus Simulationsbox, bei dem die CO2-Emissionen um 95% gesunken sind: - €
Bei 100% Ausschüttung der Einnahmen ergibt sich folgende Bilanz bei abweichender Klimadividende: 0 €